
Kronen Zeitung
TROTZ SIEG GEGEN RAPID
Vizemeister! Sturm Graz verpasst Titel-Hattrick
Der SK Sturm Graz hat sich trotz eines Heimsieges gegen Rapid mit dem Vizemeistertitel in der Fußball-Bundesliga begnügen müssen. Der Titelverteidiger setzte sich im finalen Showdown der Meistergruppe am Sonntag nach langer Überzahl gegen die Hütteldorfer verdient mit 2:0 (0:0) durch und schickte die Grün-Weißen auf Tabellenplatz fünf damit ins Europacup-Play-off. Die Steirer dürfen sich nach zwei Meistertiteln mit einem Startplatz in der Champions-League-Quali trösten.
Vor 16.150 Zuschauern entschied die Mannschaft von Trainer Fabio Ingolitsch die Partie erst durch einen späten Doppelpack zweier „Joker“. Erst traf Gizo Mamageishvili mit einem Distanzschuss genau ins Eck (88.), dann sorgte Routinier Stefan Hierländer in seinem letzten Spiel für die Steirer mit einem direkten Freistoß ins Kreuzeck (91.) für einen schwarz-weißen Wohlfühlmoment. Sturm beendet die Saison zwei Punkte hinter dem LASK, Rapid blieb zehn Zähler hinter den Grazern Fünfter.
Folgenschwerer Schuhwurf von Demir
Rapid spielte ab der 22. Minute in Unterzahl, weil Yusuf Demir nach einem Schuhwurf von Schiedsrichter Harald Lechner vom Platz gestellt wurde. Der grün-weiße Dribbler hatte seinen kaputten Schuh im Affekt aus großer Distanz in Richtung des 4. Offiziellen Isa Simsek geworfen, der sich an der Seitenlinie wegen des heranfliegenden Latschen ducken musste.
Mamageishvili erst zu spät, dann Torschütze
Kurz vor Spielbeginn sorgte Ingolitsch noch für eine Überraschung: Da Mamageishvili zur letzten Besprechung vor dem Match eine Minute zu spät kam, durfte Maurice Malone von Beginn an spielen. Bei den Rapidlern, die ohne ihren gesperrten Kapitän Matthias Seidl und den angeschlagenen Außenverteidiger Jannes Horn auskommen mussten, wählte Hoff Thorup bei seiner Personalauswahl eine offensive Herangehensweise mit fünf nominellen Angreifern.
Die Anfangsphase bei stimmungsvoller Atmosphäre in Graz-Liebenau gehörte aber den Steirern. Jatta fand zwei gute Möglichkeiten vor, der Stürmer verfehlte das Tor mit einem Flachschuss (2.) und nach einem Kiteishvili-Stanglpass aus guter Position (11.) jeweils knapp. Just in einer Phase, in der Rapid etwas besser ins Spiel kam, wurde der grün-weiße Matchplan völlig auf den Kopf gestellt. Da Referee Lechner den Schuhwurf Demirs als Angriff auf Simsek wertete, dauerte das Startelf-Debüt des einstigen Supertalents seit der Rückkehr zu Rapid im Februar nur kurz.
Sturm biss sich Zähne aus
In Überzahl ging Sturm nicht das größte Risiko und erarbeitete sich seine Chancen mit Geduld. Jacob Peter Hödl scheiterte in Minute 37 gleich zweimal hintereinander aus guter Position, Kiteishvili kurz darauf an Rapid-Schlussmann Niklas Hedl (40.). Nach dem Seitenwechsel war der Meistertraum durch die Führung des LASK quasi ausgeträumt, die Grazer wollten sich freilich dennoch mit einem Sieg verabschieden. In Minute 47 zeichnete sich Hedl erneut gegen Kiteishvili aus (47.).
Dann hatte Rapid die erste gefährliche Möglichkeit: Nikolaus Wurmbrand kam nach einem Missverständnis in der Sturm-Defensive zum Abschluss, Daniil Chudjakow verhinderte die Führung der Gäste (58.). Es spielte zwar nur Sturm, doch der Ingolitsch-Elf fehlten gegen den tiefen Rapid-Block die zündenden Ideen und die Genauigkeit im Abschluss. In der 83. Minute wurde Hierländer bei seiner Einwechslung von den heimischen Fans mit Standing Ovations begrüßt, kurz darauf versenkte er einen Freistoß unhaltbar im rechten Kreuzeck. Das Tor wurde fast wie ein Meistertitel gefeiert. Davor hatte Mamageishvili die Grazer mit einem platzierten Distanzschuss erlöst.
SK Sturm Graz – SK Rapid 2:0 (0:0)
Graz, Stadion Graz-Liebenau, 16.150 Zuschauer, SR Lechner
Tore: 1:0 (88.) Mamageishvili, 2:0 (91.) Hierländer
Sturm: Chudjakow – Vallci, Mitchell, Koller, Karic (84. Hierländer) – Kiteishvili, Gorenc Stankovic, Weinhandl (62. Mamageishvili), Hödl (72. Gazibegovic) – Malone (62. Kayombo), Jatta (72. Beganovic)
Rapid: Hedl – Schöller, Cvetkovic, Raux-Yao – Wurmbrand (60. Ahoussou) , Amane, Weimann (86. Gulliksen), Bolla – Y. Demir, Kara, Dahl (60. Lu. Grgic)
Gelbe Karten: keine
Rote Karte: Demir (22./Unsportlichkeit)
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Bild: Sepp Pail
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